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Bügelsäge

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen eingige praktische Pflegetipps für Ihren Obstgarten oder für die Streuobstwiese geben.

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Erziehung einer Dreiastkrone

Pyramidenkrone oder Rundkrone für Hochstämme und Buschbäume

 

1. Pflanzschnitt

Der Pflanzschnitt ist die Grundlage zum Aufbau einer tragfähigen Krone. Zuerst wählt man die künftigen Leitäste (L) und die Mitte (M) aus. Als Leitäste eignen sich flach angesetzte Seitenäste, die gleichmäßig nach allen Seiten abgehen. Zu steil angesetzte Äste Konkurrenz- (K) und Schlitzäste (S)) sind ungeeignet. Sie brechen später bei Belastungen leicht aus.

Pflanzschnitt

Die Leitäste sollten nicht in einem Quirl beieinanderstehen (Q), sondern am Stamm gestreut sein (G). Die Streuung der Leitäste führt ebenfalls zu einer stabileren Krone. Es genügt daher, wenn im Pflanzjahr zunächst zwei Leitäste festgelegt werden. Beim folgenden Winterschnitt können die fehlenden Leitäste aus neuen Seitentrieben des Mitteltriebes nachgezogen werden. Somit ergibt sich die gewünschte Streuung der Leitäste entlang des Mitteltriebes.

Anschließend werden die Leitäste durch Aufbinden oder Abspreizen in einen Winkel von ca. 45° zur Stammverlängerung gebracht. Danach erfolgt ein Rückschnitt der Leitäste um 1/3 bis 1/2 auf ein nach außen zeigendes Auge. Die Trieb oberseits stehenden Knospen müssen ausgebrochen werden, um Konkurrenztriebe zu vermeiden. Dabei ist zu beachten, dass die Leitäste auf ungefähr gleicher Höhe angeschnitten sein müssen, damit im nächsten Jahr alle drei Leitäste gleichstark austreiben (Saftwaage (S).

Der Mitteltrieb darf die Seitentriebe um etwa 10 – 15 cm in einem Winkel von ca. 120° überragen und wird dementsprechend zurückgeschnitten.

Pflanzschnitt

Es besteht auch die Möglichkeit über ein innen stehendes Auge (sog. Umkehraugenschnitt nach Palmer) zu schneiden. Innenauge (I) und das folgende Außenauge (A) treiben aus. Durch die Konkurrenzstellung des inneren Triebes wächst der Trieb des Außenauges flacher nach außen. Durch Wegschnitt des Innenaugentriebes im folgenden Winter entsteht eine von der Richtung her optimale Leitastverlängerung.

Umkehrschnitt

 

2. Erziehungsschnitt

Der Erziehungsschnitt wird bis zum Einsetzen des Ertrages durchgeführt. Auch diese Schnittmaßnahmen dienen zum Aufbau einer stabilen Krone. Es werden nun Fruchtäste in die Krone eingebaut.

Schnitt nach dem ersten Standjahr :

Erziehungschnitt

Konkurrenztriebe (K) zur Stammverlängerung und zu den Leitastverlängerungen werden auf Astring weggeschnitten falls trotz Knospenausbrechens entstanden. Starke nach innen wachsende Triebe (W) auf den Leitästen werden ebenfalls entfernt. Aus geeigneten Neutrieben der Mitte werden noch fehlende Leitäste nachgezogen (insgesamt maximal 3-4 Leitäste). Danach erfolgt der Rückschnitt der Leitast- und Stammverlängerung. Die Stärke des Rückschnitts richtet sich nach dem erfolgten Austrieb. Bei schwachem Trieb wird stärker, bei starkem schwächer auf ein nach außen gerichtetes Auge oder Umkehrauge zurückgeschnitten. Auch diesmal müssen die Schnittstellen an den Leitästen in der Saftwaage (S), d. h. etwa auf gleicher Höhe sein. Nach innen stehende Knospen erneut ausbrechen. Die Mitte ist etwa 15 - 20 cm höher als die Leitastspitzen.

Schnitt bis zum Ertragsbeginn:

Erzieungsschnitt

Die weitere Erziehung hat zum Ziel, Leitäste (L) und Mitteltrieb (M) weiter aufzubauen, sowie Fruchtäste (F) an den Leitästen und an der Stammverlängerung einzubauen. Zuerst werden immer die Leitäste neu formiert, falls sie zu steil oder zu flach stehen (abspreizen oder aufbinden). Der Leitastwinkel von 45 ° wird zunächst weiter beibehalten. Nach 1(– 2) m Länge empfiehlt sich ein steileres Aufziehen (Ü). Der Leitast stabilisiert sich und wird bei Fruchtbehang nicht in die Waagerechte gezogen. Wichtig ist, dass alle Leitäste im gleichen Winkel und der gleichen Länge erzogen werden. Somit ist der Aufbau einer gleichmäßigen Krone garantiert. Bis etwa zum 5./6. Standjahr werden die Leitastverlängerung angeschnitten, um die Bildung von Seitenästen anzuregen und um die Krone gleichmäßig aufzubauen. Wichtig: Leitäste immer mit einem Verlängerungstrieb aufbauen- Vergabelungen vermeiden!

An den Leitästen wird im Abstand von mind. 50 cm vom Stamm der erste flache Fruchtast nach außen zugelassen. In Abstand von 40 – 80 cm folgen 2 – 3 weitere Fruchtäste. Diese begleiten den Leitast richtungsmäßig nach außen und dürfen nicht zu sehr in den Raum zwischen den Leitästen wachsen (Aufsicht Ü). Der Zugang zum Baum wird sonst verbaut. Fruchtäste sollen leicht ansteigend vom Leitast abgehen. Hier muss evtl. mit Schnur oder Spreizholz formiert werden. Diese Fruchtäste werden nicht angeschnitten. An diesen Fruchtästen entsteht dann Fruchtholz (FH). Wichtig: Fruchtäste dürfen niemals dicker sein als der Leitast!

Bei der Stammverlängerung wird nicht mehr – wie früher üblich – eine zweite Leitastserie eingebaut. Es werden nur Fruchtäste zugelassen, die mit einem flachen Winkel von der Stammverlängerung abgehen. Steilstehende Triebe sind unbrauchbar und werden entfernt oder abgebunden. Es ist darauf zu achten, dass diese Fruchtäste nicht die darunter befindlichen Leitäste abdecken und beschatten, sondern in die Lücken zwischen die Leitäste gezogen werden.

 

Fertige Krone

 

Text und Zeichnungen:
Bernhard Reisch, LRA Enzkreis


 

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